Verwaltungsgebäude Swissgenetics, Zollikofen

Ort
Meielenfeldweg 12
3052 Zollikofen
Bauherrschaft
Swissgenetics
Architektur
Lüscher Egli AG, Langenthal
Bauakustik
Tschopp & KohlerIngenieure GmbH, Bern
Bauphysik
MBJ Bauphysik + Akustik AG, Kirchberg
Holzbauingenieur
Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau GmbH, Rain
Holzbau
Boss Holzbau AG, Thun
Baukosten BKP2
CHF 6,5 Mio. davon BKP 214 CHF 1,39 Mio.
Geschossfläche SIA 116
1842m²
Gebäudevolumen SIA 416
11594m³
Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP2)
CHF 566.–
Bauzeit
April 2007 (Holzbau)
November 2006 – Oktober 2007(Gesamtbauzeit)
Quelle
Lignum Holzbulletin 90/2009 «Ausdruckstarke Bürobauten»

Swissgenetics ist ein international erfolgreiches Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen in der Rindviehzucht. Die Firma kombiniert Innovation und Tradition in der Landwirtschaft auf ganz besondere Weise. Für ihren neuen Hauptsitz in Zollikofen waren nebst 60 Arbeitsplätzen für die Verwaltung auch Räumlichkeiten für die Lagerung und den Vertrieb des Samengutes zu realisieren.

Das Raumprogramm der Verwaltung ist im dreigeschossigen Hauptgebäude organisiert. Das Lager mit den Stickstofftanks und die Überdeckung der Einstellhalleneinfahrt sind als eingeschossige, geschlossene und zenital belichtete Baukörper konzipiert. Alle Baukörper zusammen bilden einen gegen Westen offenen Vorplatz mit dem Hauptzugang. Anstelle der traditionellen Büroorganisation mit Einzel- und Gruppenbüros entschied sich Swissgenetics für eine offene Raum- und Bürostruktur, welche unter den Mitarbeitenden das Zusammenwirken, die Kommunikation und das Verständnis als Team fördert. Die Gliederung in verschiedene Bereiche erfährt die offene Raumstruktur durch die beiden Treppenhauskerne und den dreigeschossigen Lichthof. Im Erdgeschoss befinden sich der Empfang, die Cafeteria, der grosse Meetingraum sowie die Lagereinrichtungen. Die beiden Obergeschosse werden als Büroräume der verschiedenen Abteilungen genutzt. Die Fensterfronten beider Längsfassaden sind in einem Pfosten-Riegel-System mit Dreifach-Isolierverglasung ausgeführt.
Rafflamellenstoren ermöglichen die aussenliegende Beschattung. Entlang dieser Fensterfronten sind Bodenkanäle angeordnet, in welchen Heizungskonvektoren und Lüftungsauslässe integriert sind. Das im Minergie-Standard ausgeführte Bauwerk wird mit einer Wärmepumpe und acht Erdsonden beheizt. Zudem ist es mit einer kontrollierten Lüftung und einer automatischen Gebäudesteuerung ausgerüstet. Die Verwendung von einheimischem Holz als primäres Baumaterial war für die Bauherrschaft ein zentrales Anliegen und steht für die Nähe der Unternehmung zu Natur und Landwirtschaft. So wurde das dreigeschossige Gebäudevolumen als Holzbau realisiert, einzig das Untergeschoss und die beiden Erschliessungskerne sind in Beton ausgebildet. Der praktisch absatzlose Übergang von Bodenfläche respektive Deckenuntersicht zu den Fensterflächen, die vollflächige Verglasung der Längsfassaden sowie das Fehlen von Trennwänden lassen die Geschossdecken zu multifunktionalen Bauteilen werden. Diese sind als Holz-Beton-Verbundelemente ausgeführt, wobei der Bereich der Brettstapel regelmässig zugunsten von Schallabsorptionselementen unterbrochen ist. Über der Rohdecke ist eine Hohlbodenkonstruktion aufgebracht, um den notwendigen Raum für Installationen zu schaffen. Vier Reihen von Stahlstützen verkürzen die Spannweite der Deckenelemente auf maximal 6,6m. Die raumakustisch wirksam ausgebildeten Geschossdecken in Holz und die Brüstungselemente des Lichthofes sorgen für eine ausgewogene Raumakustik in der offenen Bürostruktur, was zusammen mit dem Minergie-Standard für ein gutes Arbeitsklima sorgt.