Carport Erich Saner AG Laufen

Bürotrakt und Unterstand für Reisecars

Ort Ziegeleistrasse 52, 4242 Laufen
Bauherrschaft Erich Saner AG, Laufen
Architekten Holzart Architektur AG, Laufen
Bauingenieur Peter Jermann, dipl. Bauing. ETH, Zwingen
Brandschutzberatung Makiol + Wiederkehr, Dipl. Holzbauing. HTL/SISH, Beinwil am See
HLKS-Ingenieur EPL EnergiePlan, Laufen
Holzbau Martin Speiser AG Holzbau und Bedachungen, Diegten
Materialien Konstruktion: Brettschichtholz 12m³, Massivholz 15m³, Rahmenbaukanteln 12m³, Brettschichtholz-Bodenelemente 49m³, Hohlkastenelemente Dach 105m²; Platten: Holzfaserdämmplatten 52 mm 290m², OSB 15mm (Wand) 420m², OSB 18 mm (Dach) 150m², Gipsfaserplatten 15 mm 400m²
Baukosten (BKP 2) CHF 1455 000.–
Gebäudevolumen SIA 116 5252m³
Kubikmeterpreis SIA 116 CHF 277.–
Baujzeit 5 Monate (2002)
Quelle Lignum Holzbulletin, 75 / 2005; Gewerbe- und Industriebauten

Das Reisecar-Unternehmen Erich Saner wollte seine Basler Filiale mit dem Hauptsitz in Büsserach zusammenlegen. Dafür wurde eine grössere Parzelle gesucht. Als Ideallösung sollte diese in der Nähe eines Bahnhofs liegen, damit die Kunden auch mit dem Zug anreisen, in die komfortablen Reisecars umsteigen und ohne Stress in die Ferien fahren können. In Laufen an der Ziegeleistrasse wurde man bei der Parzellensuche fündig. Der neue Sitz des Unternehmens liegt in der Industrie- und Gewerbezone zwischen dem Bahnhofareal und der Birs.

Nicht alle Gäste reisen mit der Bahn an, einige kommen auch mit dem Auto. Deshalb verfügt das Gelände über eine grosse Zahl eingezäunter Parkplätze. Während der Ferien werden sie den Kunden vom Reiseunternehmen gratis zur Verfügung gestellt. Die acht Reisecars sind immer sauber und startklar unter einem offenen, gedeckten Unterstand eingestellt. Die von der Bauherrschaft gewünschte Waschanlage ist darin integriert. Angrenzend an den Carport findet sich der Bürotrakt. Ursprünglich waren nur zwei Geschosse über Terrain geplant. Aus dieser Erstidee entwickelte sich dann aber im intensiven Austausch zwischen Bauherrschaft und Architekten ein dreigeschossiger Bürotrakt mit Unterkellerung.
Im Untergeschoss stehen neben Archiv- und Technikräumen Garderoberäume mit Dusche für Chauffeure und Angestellte zur Verfügung. Das Erdgeschoss wird vom Reisebüro genutzt. Hier sind die Büroräumlichkeiten, Besprechungszimmer und ein Warteraum für die Kunden eingerichtet. Das erste und zweite Obergeschoss mit Grossraumbüros sind vermietet.
Der Unterstand für die Reisebusse und der Bürotrakt wurden in Holzbauweise ausgeführt, wobei das Treppenhaus im Sinne des Brandschutzes massiv in Beton und Kalksandstein erstellt wurde. Holz als bevorzugtes Baumaterial kam wegen seiner Leichtigkeit und aufgrund der schnelleren Realisierbarkeit des Projektes, aber auch aus der Bereitschaft zu einem innovativen Vorhaben zum Zug. So kamen unter anderem eine Tragkonstruktion sowie brandabschnittsbildende Bauteile mit 60 Minuten Feuerwiderstand in Holzbauweise im Rahmen eines objektbezogenen Brandschutzkonzeptes zum Einsatz. Aus demselben Grund ist die gesamte Fassade nichtbrennbar ausgeführt.
So besteht der nichttragende Wandaufbau der Nord- und der Ostfassade aus einem mit Steinwolle gedämmten Holzrahmenbau von 140 mm Stärke und einer zusätzlichen äusseren Dämmung von 52 mm aus einer Holzfaserdämmplatte. Diese Elemente sind innen mit 15 mm OSB und aussen mit Gipsfaserplatten von 15 mm Stärke nichtbrennbar beplankt. Aussen sind eine Vertikallattung von 40 mm und das auf 18 mm Höhe profilierte Wellblech montiert. Innerhalb der Fassadenelemente sind zusätzlich Stützen in Brettschichtholz mit einem Querschnitt von 140 x 140 mm eingebaut. Diese Stützen wurden unter der Berücksichtigung des entsprechenden Abbrandes für den Feuerwiderstand von 60 Minuten dimensioniert.
Die Deckenkonstruktion über dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss basiert auf Brettschichtholzelementen von 220mm Höhe. In der Breite ist die Fuge dieser Elemente mit 15 mm starken, zementgebundenen Holzspanplatten brandschutztechnisch unterbrochen. Gleiche Sorgfalt wurde dem Deckenanschluss an das massive Treppenhaus beigemessen, indem eine Brandabschottung mit 60 Minuten Feuerwiderstand eingebaut wurde. Der über den Brettschichtholzelementen eingebaute Boden besteht aus einer Trittschalldämmung von 22 mm, einer Trennschicht und Gussasphalt 35mm.
Das bekieste Kaltdach besteht primär aus einem Hohlkastenträger von 280 mm Gesamthöhe mit 220 mm Steinwolledämmung.
Darüber sind eine Lattung zur Belüftung in der Stärke 60–100 mm, eine OSB-Platte sowie eine mit Rundkies beschwerte EPDMFolie angebracht.
Im Herbst 2002 konnte so in Laufen ein Reiseunternehmen einen neuen Firmensitz in Betrieb nehmen, welcher nicht nur modernste Holzbautechnologie berücksichtigt, sondern auch über eine moderne Gebäudetechnologie, zum Bespiel eine kontrollierte Raumlüftung, verfügt und insgesamt im Minergie-Standard konzipiert wurde.