Siedlung am Erlessenhoger, Grosshöchstetten

Ort Amselweg / Meisenweg, 3506 Grosshöchstetten
Bauherrschaft Bauherrengemeinschaft Siedlung Erlessen
Architekten Architekturwerkstatt 90, Thun
Ingenieur Holzbau Timbatec, Stefan Zöllig, Steffisburg
Bauingenieur Schmalz Ingenieur AG, Konolfingen
Holzbau Beer Holzbau, Ostermundigen
Gebäudedekubatur SIA 116 716 m³ (pro Haus)
Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 698.-/m³
Bauzeit 6 Monate
Baujahr 2000/2003
Quelle: Lignum Holzbulletin, 68 / 2003; Gemeinschaftliches Wohnen

Das Konzept der im Frühsommer 2003 bezogenen Häuser der zweiten Bauetappe - insgesamt gliedert sich die Siedlung in drei Etappen - basiert auf einem zukunftsweisenden Zusammenspiel von Konstruktion, architektonischer Gestaltung, Ökologie und Wohnkomfort. Die Doppel- und Reiheneinfamilienhäuser am südlichen Dorfrand von Grosshöchstetten sind moderne Holzrahmenbauten in Zedernholz mit grosszügig angelegten Rahmen, in denen sich zwei Terassen befinden, mit breiter Verglasung für den Wohnraum und individueller Einteilung oben für die restlichen vier Zimmer.

Die Bauherrschaft dieses Projektes, die heutigen Bewohner der Siedlung, verfügte über ein schönes Stück Land und ein überzeugendes Konzept des Architektenteams - damit waren die Voraussetzungen gut, um zusammen das Wagnis Bauen einzugehen. Die an einem Westhang gelegene Parzelle am Rande des Siedlungsgebiets bot Platz für zehn Doppel- und Reiheneinfamilienhäuser. Die gegeneinander versetzte Position der Gebäude sorgt für gute Aussicht und viel Sonne. Die geschickte Wegführung durch die Siedlung fand besonderes Augenmerk; so sind grössere und kleinere Plätze mit Bäumen in einer erlebnisreichen Abfolge miteinander verbunden.
Auf Sockelmauern in Beton, welche den Terrainausgleich im abfallenden Gelände bewerkstelligen, stehen die zweigeschossigen, in Holz-Systembauweise erstellten und mit Zedernholz verkleideten Gebäudekörper. Die einzelnen Häuser wirken als Kuben mit ausgeschnittenen Teilen, welche die gedeckten Aussenräume bilden und in denen die Räume nach den Kriterien der optimalen Ausrichtung und grösstmöglicher Privatsphäre untergebracht sind. Der mittels eines Lichtbandes entlang der Decke belichtete, grosszügige Mehrzweckraum im Sockel, die von raumhohen Fenstern begrenzten Wohn- und Essräume im Erdgeschoss und die individuell gestalteten Zimmer im Obergeschoss richten sich nach der jeweils bevorzugten Lage bezüglich Besonnung und Aussicht.
Das gewählte Farbkonzept stellt neben dem hellen Grau der Sockel-Betonwände die Anmutung des roten Zedernholzes in den Mittelpunkt, das mit der Zeit einen Grauton zeigen wird. So sind die Fensterrahmen in Dunkelgrün-Anthrazit und die Spenglerarbeiten in naturbelassenem Kupfertitanzink gehalten. Das formal und gestalterisch eher strenge Konzept ermöglicht grösstmögliche Flexibilität und lässt den Bewohnern Freiräume für die Gestaltung. Diese wurden rege genutzt - so gleicht im Innern kein Haus dem anderen. Die Auswahl der Baumaterialien erfolgte ausschliesslich nach ökologischen, energetischen und gesundheitlichen Aspekten. Neben der atmungsaktiven, mehrschichtigen, rundum dichtgedämmten Holzrahmenbauweise mit unterhaltsfreier massiver Fassade aus Zedernholz sind auch im Innenausbau Akzente gesetzt worden. So bestehen alle Wände aus gestrichenen Gipsfaserplatten und die Holzriemenböden aus massiver, geölter Lärche.