Mehrfamilienhäuser Oberhusrain, Kriens

Ort Oberhusrain 42-46 & Oberhusrain 48, 6010 Kriens
Bauherrschaft Oberhusrain 42-46: Einfache Gesellschaft Oberhusrain; Oberhusrain 48: Familie Unternährer-Schwarzentruber
Architekten Lengacher + Emmenegger, Luzern; Oberhusrain 42-46: Pete Widmer, Claudia Schmid, Andi Duss; Oberhusrain 48: Daniel Brunner, Marcel Kaufmann
Ingenieur Holzbau Pirmin Jung Ingenieurbüro für Holzbau GmbH, Rain
Holzbau Oberhusrain 42-46: Burch AG, Sarnen
Oberhusrain 48: Nussbaumer AG, Baar
Holzarten Fassade: Massivholzdoppelnutschalung; Rippendecken: Massivholzrippen und Dreischichtplatten pressverleimt; Holzbetonverbunddecken: Brettstapel und Beton im Verbund; Aussenwände: Holzrahmenbau, Beplankung mit OSB/Fermacell, Winddichtung mit Windpapier und Holzweichfaserplatte
Gebäudedekubatur SIA 116 Oberhusrain 42-46: 12297 m³
Oberhusrain 48: 3031 m³
Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) Oberhusrain 42-46: CHF 5365.-/m³
Oberhusrain 48: CHF 678.-/m³
Bauzeit Oberhusrain 42-46: 14 Monate
Oberhusrain 48: 10 Monate
Baujahr 2002
Quelle: Lignum Holzbulletin, 68 / 2003; Gemeinschaftliches Wohnen

Die vier Wohnhäuser am Oberhusrain in Kriens befinden sich am Rande der Bauzone mit wunderbarer Sicht in die Berge. Angrenzend findet sich unten ein Quartier mit dem gewohnten Bild von Einfamilienhäusern und Villen, oberhalb der Überbauung der Sonnenberg, das Naherhohlungsgebiet von Luzern.

An der Nahtstelle im Übergang der Bauzone zum Berg stehen aufgereiht drei Fünffamilienhäuser, (Oberhusrain 42-46), nach Süden und entsprechend der Aussicht auf die Berge orientiert. Obwohl die Holzverkleidung dunkel behandelt ist und sich die Häuser in die Umgebung integrieren, erinnern sie mit ihrer windgeschützten, schattenspendenden Terassenzone an Höhenkliniken. Etwas höher, leicht weggedreht, findet sich das Dreifamilienhaus (Oberhusrain 48) mit Ankunftsterasse und kompaktem Volumen wie ein Berghaus. Alle vier Häuser werden von unten erschlossen und verfügen über der Garage liegenden Platz mit in die Stützmauer der Gärten eingelassenem Geimeinschaftshaus vorbei zur Promenade. Dies ist zugleich die obere Verteilerebene. Sie kann für Transporte über eine Rampe direkt von der Strasse erreicht werden.
Die Häuser wurden im vorgefertigten Holzrahmenbau erstellt. Die Decken der drei Fünffamilienhäuser sind mit Holzbetonverbunddecken konstruiert. Das Dreifamilienhaus, bestehend aus dre Reihenhäusern, zeigt vorgefertigte Rippendecken aus Massivholzrippen und eine über Pressverleimung verbundene Dreischichtplatte als Beplankung. Die Dächer sind in konventioneller Holzbauweise ausgeführt und mit Blechtafeln eingedeckt.
Die Baugeschichte der Mehrfamilienhäuser ist voller Windungen. 1996 gingen zwei Familien, die schon lange den Wunsch gehegt hatten, in einer grösseren Gemeinschaft zu wohnen, zusammen mit den Architekten auf Landsuche. Fündig wurden sie mit dem Grundstück am Oberhusrain, welches eine wunderschöne Aussicht auf Vierwaldstättersee und Berge bietet. Der steinige Weg bis vor Bundesgericht zur Erlangung der Baubewilligung vermochte die Familien nicht zu entmutigen. In der total fünfjährigen Planungs- und Bauphase wurde die Bauträgergruppe kontinuierlich erweitert, so dass bei Baubeginn zwölf der 15 Wohnungen verkauft waren.
Kurz vor Ausführungsbeginn kam nich das auf der Westseite gelegene Grundstück dazu. Eine Familie hatte es mit dem Wunsch nach Anschluss an die Gemeinschaft erworben. Das Dreifamilienhaus ist in der Detaillierung und der Farbgebung eine Variation seiner direkten Nachbarhäuser.
In dieser Phase wurden die Erschliessung mit der Tiefgarage sowie das Gemeinschaftshaus neu konzipiert und die Rampe auf dem neuen Grundstück realisiert. Es gelang, die Gemeinschaft der 15 Wohnungen um drei zu erweitern, so dass nun alle das Gemeinschaftshaus mit dem Platz, die Holzpelletsfeuerung und die Tiefgarage gemeinsam benutzen und sich die vier Häuser zu einer Gesamtanlage fügen.