‹Rössliguet›, Kaltbrunn

Ort Uznacherstrasse 1, 8722 Kaltbrunn
Bauherrschaft Elektrizitätsversorgung Kaltbrunn AG
Architekten Oberholzer + Rüegg Architekten ETH SIA TS AG, Rapperswil
Bauingenieur Bigler AG Ingenieure & Planer, Kaltbrunn
Holzbauingenieur Walter Bieler AG Ingenieurbüro Spezialitäten Holzbau, Bonaduz
GU/Holzbau W. Rüegg AG, Kaltbrunn
Materialien Konstruktionsholz: Brettschichtholz 55 m³, Rahmenbaukanteln und Zweischichtbalken 37m³; Platten: OSB 700m², Dreischichtplatten 1500m², Holzfaserdämmplatten 600m², Gipsfaserplatten 680m²; Fassade: Douglasienlattung 35 x 50mm 10 000m
Baukosten (BKP 2) CHF 4,9 Mio.
Grundstücksfläche SIA 416 3650m²
Geschossfläche SIA 416 3500m²
Gebäudevolumen SIA 416 13500m³
Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 365.–
Bauzeit Oktober 2003–August 2004
Quelle Lignum Holzbulletin, 80 / 2006; Büroräume

Die Elektrizitätsversorgung Kaltbrunn AG als Bauherrin hat inmitten des Dorfkerns von Kaltbrunn, in nächster Nähe zu prägenden Punkten wie Gemeindehaus, Pfarrkirche und Dorfbrunnen, eine Überbauung realisiert, die eine wichtige Zentrumsfunktion übernimmt.
Mit dem ‹Rössliguet› wurde das ortbauliche Hauptanliegen umgesetzt, den Dorfplatz zu fassen, eine klare Abgrenzung zu definieren und auf die gewachsene Struktur zu reagieren.

Der Kopfbau der Überbauung mit der Post im Erdgeschoss führt den Strassenraum zwischen einer Druckerei und dem Gemeindehaus weiter und weitet sich räumlich an zentralster Lage zu einem klar begrenzten Dorfplatz. An diesem Platz ist der Eingangsbereich zu den verschiedenen Nutzungen der Überbauung ‹Rössliguet› in einer einladend gestalteten Hauptfassade eingegliedert. Die volumetrische Ausbildung der Baukörper nimmt die neu gebildete Situation auf und verstärkt diese mittels des gegen den Dorfplatz hin auskragenden Gebäudeteils.
Dadurch wird ein gedeckter Zugang für den Eingangsbereich erzeugt und gleichzeitig ein Bezug zum ebenfalls am Dorfplatz liegenden Gemeindehaus geschaffen.
Im Kopfbau der Überbauung ‹Rössliguet› befinden sich oberhalb der Post ein medizinisches Trainingszentrum und eine erweiterte Physiotherapie im ersten Obergeschoss sowie im zweiten Obergeschoss eine Praxis für allgemeine Zahnmedizin und Kieferorthopädie. Ein orthogonal zum Hauptbau situierter, niederer Baukörper enthält im Erdgeschoss auf 700m² einen grosszügigen Lebensmittelladen. Im Untergeschoss sind gedeckte Parkplätze vorhanden. Die Zufahrten zur Tiefgarage, zu den Parkplätzen und für die Anlieferung erfolgen über die vom Dorfplatz abgewandte Seite. So bleibt der Dorfplatz frei für Fussgänger; einzig einige Schnellparkplätze der Post nehmen etwas Fläche in Anspruch.
Die gewählte Fassadenmaterialisierung unterstreicht die Gliederung der Gebäudevolumen. Der Kopfbau ist mit Naturschiefer bekleidet und erhält dadurch die notwendige Präsenz am Dorfplatz. Der Ladenbau ist mit einem vertikalen Holzrost bekleidet, wodurch er trotz seiner Grösse leicht und zurückhaltend bleibt. Der einladend gestaltete, gedeckte Eingangsbereich ist mit grossflächigen Birkensperrholzplatten im Farbton Eiche beplankt und mittels oranger, blauer und gelber Glasflächen gegliedert.
Der Hauptbau entstand in einer massiven Skelettbauweise mit einer durch den Holzbauer ausgeführten Fassadenummantelung. Die Aussenwände des Erdgeschosses wurden gemäss den Sicherheitsvorschriften der Post mit einer innenliegenden Schicht Kalksandstein realisiert. Auf den Wandaussenseiten ist eine gekreuzte Lattung mit insgesamt 160mm Dämmung als Unterkonstruktion für die Fassadenbekleidung befestigt. Für die nichttragende Fassadenummantelung im ersten und zweiten Obergeschoss wurden schnell montierbare und gut dämmende Holzrahmenelemente von 160mm Dämmstärke eingesetzt.