Alters- und Pflegeheim ‹Steinfeld›, Suhr

Ort Buchserstrasse 20, 5034 Suhr
Bauherrschaft Stiftung Alters- und Pflegeheim Steinfeld in Suhr
Architekt Hertig Noetzli Wagner Architekten, Aarau
Ingenieur Holzbau Bodmer Matter Healy, Aarau
Ingenieur Holzbau Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See
Ingenieur HLKS Bösch AG, Aarau
Holzbau Schäfer Holzbautechnik AG, Aarau
Materialien (für beide Aufstockungen) Konstruktionsholz: Vollholz verleimt 106m³, Brettschichtholz 17m³; Platten: Furnierschichtholz 33 mm 943m², Spanplatten 30 mm 4263m², mitteldichte Holzfaserplatte 16 mm 3883m², Dreischichtplatten 27 mm 6203m², Dreischichtplatten 27mm Sichtqualität 10 743m², Gipsfaserplatten 15 mm 19 913m²; Dachschalung 16 mm und 27 mm 13 333m²
Gebäudedekubatur SIA 116 5900m³
Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 597.–
Projektdauer März 2001–Mai 2002
Baujzeit Mai 2002–März 2003
Quelle Lignum Holzbulletin, 72 / 2004; Wohnraum für ältere Leute

Die ersten Gebäude des Alters- und Pflegeheims ‹Steinfeld› in Suhr wurden 1961 erbaut. Seither erfuhren sie mehrere Erweiterungen und Anpassungen. Die letzten, die 2003 fertiggestellt wurden, umfassten einerseits die Aufstockung des Hauptgebäudes um eine Etage – womit fünfzehn neue Einzelzimmer geschaffen wurden –, andererseits den Bau eines Mehrzweckraums über dem bereits bestehenden Esssaal. Gleichzeitig wurde der Garten des Heims im Sinne einer optimalen Nutzung neu gestaltet.

Aufgrund der Feststellung, dass immer mehr Pensionäre des Altersheims Einzelzimmer wünschen, hat die für den Betrieb des ‹Steinfelds› zuständige Stiftung beschlossen, fast alle Doppelzimmer in Einzelzimmer umzugestalten. Um den daraus resultierenden Bettenverlust zu kompensieren, wurde die Aufstockung des Hauptgebäudes um ein Geschoss mit fünfzehn neuen Zimmern geplant. Damit verfügt das Heim bei gleicher Kapazität über einen höheren Komfort für seine Pensionäre. Auf jeder Etage wurde jedoch ein Doppelzimmer für Paare beibehalten. Die Pensionäre können dank diesen Verbesserungen ihre Zimmer nach ihrem Geschmack und mit ihren eigenen Möbeln einrichten. Jedes Zimmer verfügt über eine Nasszelle mit Dusche und WC. Zudem wurden an der Südfassade auf jeder Etage gedeckte Balkone angebaut, welche über die Flure erreichbar sind. Dies erlaubt allen Bewohnern, sich auf kürzestem Weg an die frische Luft zu begeben. Auf dem eingeschossigen Zwischentrakt mit der Cafeteria und dem Ess-Saal wurde ein weiteres Geschoss für einen Mehrzwecksaal mit Eingangsbereich erstellt. Auf dieser Etage befinden sich ebenfalls die technischen Räume sowie ein Sitzungszimmer und ein Büro. An der Ostfassade wurde eine Treppe als Notausgang für den Mehrzwecksaal angebaut. Durch die Schaffung der neuen Etage wurden der Esssaal wie auch die Cafeteria erweitert. Die Grossküche erfuhr eine Modernisierung und entspricht den gültigen Hygienenormen. Unter die Cafeteria kam ein neues Untergeschoss zu liegen, wo sich nun ein Therapiezentrum, ein neues Aufbahrungszimmer sowie ein Bettenlager befinden. Bei solchen Bauvorhaben ist den statischen Bedingungen der bestehenden Fundamente Rechnung zu tragen. Daher kam für die Aufstockung Holz wegen seiner Leichtigkeit zum Zug. Ferner mussten die Arbeiten durchgeführt werden, ohne den Betrieb des Altersheims zu beeinträchtigen. Die Holzelemente wurden vorfabriziert und die Bauzeit dadurch verkürzt. Somit wurden das Leben der Pensionäre und die Arbeit des Personal wenig beeinträchtigt. Für den gesamten Umbau wurde ein objektbezogenes Brandschutzkonzept erarbeitet. Die Aufstockung im vierten Stock erfolgte in Holzbauweise. Da sie von Pensionären mit verminderter Mobilität bewohnt wird, wurde jedes Zimmer als Brandabschnitt mit einem Feuerwiderstand von 60 Minuten für die Bauteile und von 30 Minuten für die Türen konzipiert. Die Aufstockung baut auf einer Balkenlage auf, die direkt auf dem bestehenden Dach verlegt ist und die Lasten an definierten Punkten abgibt. Darin sind die technischen Installationen geführt. Die Zimmertrennwände sind mit Mineralwolle gedämmt und beidseitig mit einer doppelten Schicht Gipsfaserplatten verkleidet. Das mit einer extensiven Begrünung versehene Flachdach wird von einer ausgedämmten Rippenplatte getragen. Die Struktur der weiss lasierten Deckenbeplankung ist im Inneren des Gebäudes sichtbar. Die gedämmten Aussenwandelemente sind innen mit weiss lasierten Dreischichtplatten und aussen mit mitteldichten, diffusionsoffenen Holzfaserplatten beplankt. Die Holz-Metall-Fenstertüren sind raumhoch mit französischen Balkonen. In den Zimmern und den Fluren wurden graue und grüne Linoleumbeläge verlegt. Für die Aufstockung des Zwischentrakts durfte die Decke über dem Erdgeschoss nicht belastet werden. Deshalb ist darüber eine Decke aus vorgefertigten Hohlkastenelementen verlegt. Die Aussenwandkonstruktion ist dieselbe wie bei der Aufstockung im Hauptgebäude. Die Innenwände sind hell gehalten, der Bodenbelag aus rotem Linoleum. Das Dach des neuen Geschosses besteht ebenfalls aus einer Rippenplatte, welche mit einer heruntergehängten Decke zur Schallabsorption verkleidet ist. Auch dieses Dach ist extensiv begrünt. Ziel der Architekten war es, die einzelnen Erweiterungen am Gebäude sichtbar zu machen. Die neuen Teile des Gebäudes setzen sich durch leichte, hinterlüftete und farbige Fassadenplatten vom alten Teil ab. Das neue Geschoss mit den Zimmern sowie die Verbindungsrampe vom Hauptgebäude zum Mehrzwecksaal wurden mit anthrazitfarbenen Faserzementplatten verkleidet. Der Gebäudeteil mit dem Esssaal und dem Mehrzwecksaal strahlt in kräftigem Rot. Mit seiner nach Süden gerichteten Fensterfassade wirkt er einladend auf die Spaziergänger im Garten, die sich bei schönem Wetter auf der Terrasse niederlassen und den Schatten geniessen können.