MFH Walker, Bitsch

Ort Furkastrasse 90, 3982 Bitsch
Bauherrschaft Familie Walker-Perler, Bitsch
Architektur Vomsattel Wagner Architekten, Visp
Bauingenieur Teysseire&Candolfi AG, Visp
Bauakustik Zeugin Bauberatung AG, Münsingen
Holzbauingenieur Timbatec GmbH, Steffisburg
Holzbau Bärtschi Bau AG, Frutigen, und Noll Holzbau, Brig-Glis
Baukosten BKP 2 CHF 2,47 Mio.
davon BKP 214.1 CHF 237 000.– (Tragwerk/Elemente)
davon BKP 214.4 CHF 215 000.– (Innenbekleidungen/Fassade)
Geschossfläche SIA 416 830m² (ohne Balkone/Dachsitzplatz 185m²)
Gebäudevolumen SIA 116 2465m³
Kubatur SIA 116 2890m³
Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 1000.–
Bauzeit April–Dezember 2007
Quelle: Lignum Holzbulletin 86/2008 Mehrgeschossige Wohnbauten

Das Baugrundstück liegt an zentraler Lage an der Furkastrasse in Bitsch, auf 692 Meter über Meer mit Südausrichtung. Prominenter Nachbar Richtung Goms ist das neue Gebäude der Raiffeisenbank, ein weisser, monolithischer Kubus. Die Herausforderung lag darin, ein Gegenüber zu dieser starken Präsenz zu schaffen.

Die Bauherrschaft wünschte sich eine grosszügige Attikawohnung in einem Mehrfamilienhaus in ökologischer, zeitgemässer Bauweise. Zudem sollten die Wohnungen flexibel gestaltbar sein. Dies veranlasste die Architekten, von Anfang an mit einem Holzbausystem zu planen, mit einem Raster und klaren Strukturen zu entwerfen. Entstanden ist ein viergeschossiger Baukörper mit Flachdach, der als präzis geschnittener Kubus ein Pendant zum Neubau der Raiffeisenbank schafft.
Der Baukörper ist so ins Gelände eingepasst, dass das Erdgeschoss mit dem Eingang auf dem Niveau der Strasse liegt. Die Garagen im Untergeschoss werden über die Zufahrt des Nachbargebäudes von der Nordostseite her erschlossen. Das Gebäude orientiert sich gegen Südosten und zeigt in dieser Richtung eine grosszügig bemessene Balkonschicht über die ganze Gebäudelänge.
Die dunkelgraue Farbe der hinterlüfteten Fassadenverkleidung aus witterungsbeständigen Holzwerkstoffplatten verleiht dem Gebäude dezente Eleganz und hebt es vom Weiss des Nachbarkubus ab. Der gedeckte Eingangsbereich im Erdgeschoss ist dem Volumen ausgeschnitten und mit dunkelroten Fassadenplatten bekleidet. Ebenso rot leuchten die Innenwände der Balkone auf der Südseite durch die transparenten Glasbrüstungen und geben dem Gebäude Wärme.
Im Untergeschoss befinden sich Garagen, Veloraum, Waschküche, Technikraum sowie Abstellräume. Im Erdgeschoss sind eine Zweieinhalb- und eine Dreieinhalbzimmerwohnung untergebracht, zwei weitere Dreieinhalbzimmerwohnungen liegen im Obergeschoss. Darüber befindet sich die Attikawohnung mit Sonnendeck auf dem Dach.
Die Flexibilität der Wohngeschosse wird gewährleistet, indem nur wenige der Innenwände tragend sind. Die primäre, lastabtragende Struktur wird durch Stützen in den Wänden, durch einen Träger in der Decke und die Aussenwände übernommen. Installationen für Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroanlagen sind in den Vorsatzschalen respektive in der Zwischendecke so geführt, dass eine nachträgliche Umrüstung, Wartung oder Ergänzung ohne grossen Aufwand möglich ist. Diese Flexibilität erlaubt es, die Wohnungen an die sich über die Jahre ändernden Wohnbedürfnisse anzupassen.
Bezüglich Brandschutz basiert die Umsetzung auf einem baulichen Standardkonzept. Das Untergeschoss ist in Sichtbeton erstellt, ebenso das Treppenhaus und der Liftschacht. Die Wohngeschosse sind in vorfabriziertem Holzelementbau im Minergiestandard ausgeführt: die Wände in Holzrahmenbauweise, die Decken und das Dach als Kastenelemente. Im Innern sind die Elemente mit Gipsfaserplatten beplankt und verputzt. Das Dach ist extensiv begrünt, einzig das Sonnendeck ist begehbar.