Die fermacell® Gipsfaser-Platten bestehen zu 80 % aus Gips, wobei es sich um ein Gemisch aus Natur- und REA-Gips handelt, und zu 20 % aus Papierfasern, die in einem Recyclingverfahren aus Altpapier gewonnen werden.
Diese beiden Rohstoffe werden zu einem homogenen Gemisch verarbeitet und nach Zugabe von Wasser - ohne weitere Bindemittel - unter hohem Druck zu stabilen Platten gepresst, getrocknet, mit einem Wasser abweisenden Mittel hydrophobiert und auf die benötigten Formate zugeschnitten.
Die fermacell® Gipsfaser-Platten enthalten keine gesundheitsgefährdenden Stoffe. Das Fehlen von Leimen schliesst jegliche Geruchsbelästigung aus.
Platten und Herstellverfahren sind vom Institut für Baubiologie Rosenheim im Hinblick auf gesundes Wohnen und Umweltschutz geprüft. Aufgrund der hervorragenden Ergebnisse wurde den fermacell® Gipsfaser-Platten das Prüfsiegel "Geprüft und empfohlen vom IBR" verliehen.

Der maximale Achsabstand der Unterkonstruktion aus Holz oder Stahlprofilen ist abhängig von der Plattendicke und vom Einbauort. In nebenstehender Tabelle sind diese Zusammenhänge dargestellt.

(1) Angaben gelten für Dauerbeanspruchung bei rel. Luftfeutigkeit bis 80 %.
d = Plattendicke
 
Für die Verschraubung der fermacell® Gipsfaser-Platten sind die speziell abgestimmten fermacell™ Schnellbauschrauben zu verwenden. Dabei beträgt der Abstand der Schrauben untereinander bei Montagewandkonstruktionen 25 cm und bei Decken- und Dachschrägenkonstruktionen 20 cm.
In den fermacell® Planungs- und Verarbeitungsbroschüren finden Sie weitere detaillierte Angaben zu allen einsetzbaren Befestigungsmitteln (Schrauben, Klammern, Nägeln), sowie zu allen Einbaubedingungen (statischer/nicht statischer Einsatz, mehrlagige Verarbeitung etc.).
Eine Armierung der Stösse der fermacell® Gipsfaser-Platten ist nur dann nötig, wenn als Oberflächenbeschichtung ein geeigneter Dünnputz/Flächenspachtel mit einer Schichtdicke von mindestens 1 mm bis maximal 4 mm aufgetragen werden soll, und als Fugentechnik die fermacell™ Spachtelfuge eingesetzt wird.
In diesem Fall wird über die fertig verspachtelte und trockene Spachtelfuge das fermacell™ Gewebeband geklebt. Hierfür ist ein wasserunlöslicher PVAC-Leim (Weissleim) zu verwenden. Eine anschließende Nachspachtelung ist nicht erforderlich.
Bei der fermacell™ Klebefuge kann auf die Armierung verzichtet werden.
Nein, das ist grundsätzlich nicht nötig. Hierfür ist lediglich auf ein dichtes Stossen der Platten zu achten. Auch aus schall- und brandschutztechnischer Sicht ist dies ausreichend. Nur bei der äußeren Lage der fermacell® Gipsfaser- Platten ist eine der drei fermacell® Fugentechniken auszuführen (Klebe-/Spachtelfuge bzw. Spachtelung der TB Kante).

Ein Sonderfall ist, wenn bei mehrlagiger Beplankung auch für die erste Schicht fermacell® TB- Kanten verarbeitet werden: bei Brandschutzanforderungen müssen die TB Fugen verspachtelt werden.
Das Auftragen einer Grundierung oder eines Tapetenwechselgrundes ist nicht erforderlich, da die fermacell® Oberfläche aufgrund der homogenen Plattenstruktur beim Wiederabziehen der Tapete nicht beschädigt werden kann.
Die fermacell® Gipsfaser-Produkte können in allen Wand- und Bodenflächen mit haushaltsüblicher Nutzung eingesetzt werden. Diese Flächen werden nur kurzzeitig und geringfügig bis mässig mit Spritzwasser belastet.
Dabei werden in den mit Wasser beanspruchten Bereichen (gesamte Bodenfläche, Wände neben Wannen und Duschen) auf der Trockenbaukonstruktion sog. Verbundabdichtungs-Systeme ausgeführt, die aus einem Abdichtungsstoff und dem Dünnbettmörtel der Verfliesung bestehen. fermacell® bietet hierfür eine spezielle Lösung an.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Verarbeitungsanleitung der fermacell® Gipsfaser-Platten im Abschnitt "Oberflächengestaltung" oder im "fermacell® Profi-Tipp - Abdichtungen".
Ja.
Wichtig dabei ist, dass - wie bei allen fermacell® Wandkonstruktionen - ein maximaler Achsabstand der Unterkonstruktion (Holz oder Stahlprofile) von 50 x Plattendicke eingehalten wird. D.h., dass bei der Verwendung einer 12,5 mm starken fermacell® Gipsfaser-Platte ein Achsmass von 62,5 cm nicht überschritten werden darf.
Die fermacell® Gipsfaser-Platten dürfen dann in diesem Bereich eingesetzt werden, wenn die Temperaturerhöhung an den Plattenoberflächen dauerhaft unter 45°C bleibt. Anderenfalls kommt es zu einer Beschädigung der Platten infolge des Verdampfens von zur festen Gipsstruktur gehörenden Kristallwassers (siehe auch FAQ 4 zu den fermacell® Estrich- Elementen). Zudem ist bei Verwendung von Holzständern der in der Ofenzulassung definierte Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien einzuhalten.
Wände und Böden hinter Feuerungsaggregaten hingegen benötigen eine Vormauerung / Platte mit 60 resp. 120 mm Beton, Formstein oder gleichwertig.
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